EIN EISZEITLICHER FUND
Vika und die Mammuts der Eiszeit von Viminacium
2009 förderte ein serbisches Kohlebergwerk Vika zutage – ein nahezu vollständiges Mammut aus der Eiszeit, eines von etwa zwanzig jemals gefundenen Exemplaren und mit Abstand die unerwartetste Attraktion von Viminacium.
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Im Sommer 2009 stießen Arbeiter im Tagebau Drmno, direkt neben dem Archäologiepark Viminacium, beim Abtragen des Erdreichs vor der Kohlegewinnung auf ein nahezu vollständiges Mammutskelett. Es war ein Zufallsfund und keine geplante Ausgrabung – der Abbau in Drmno hatte im Laufe der Jahre bereits vereinzelte Knochen aus der Eiszeit zutage gefördert, doch zum ersten Mal kam ein derart vollständiges Skelett an einem einzigen Ort ans Licht. Da die Archäologen von Viminacium direkt nebenan bereits an der römischen Stadt arbeiteten, konnte das Bergbauunternehmen fast sofort ein geschultes Ausgrabungsteam hinzuziehen – ein wesentlicher Grund dafür, dass so viel vom Skelett unversehrt erhalten blieb, statt von schwerem Gerät zerstreut oder beschädigt zu werden.
Lernen Sie Vika kennen
Das Skelett erhielt den Spitznamen Vika – ein weibliches Tier, bei dem es sich vermutlich um einen Südelefanten (Mammuthus trogontherii) handelt, einen früheren und oft größeren Verwandten des Wollhaarmammuts, das die meisten mit der Eiszeit verbinden. Auf ein Alter von bis zu einer Million Jahre geschätzt, war sie über vier Meter hoch und wog vermutlich rund zehn Tonnen – deutlich mehr als ein heutiger Afrikanischer Elefant. Forscher gehen davon aus, dass sie am Ufer des Pannonischen Meeres verendete, jenes flachen Binnenmeeres, das einst weite Teile des Pannonischen Beckens bedeckte, bevor es im Pleistozän allmählich austrocknete und genau jene weichen Sedimente hinterließ, die große Tiere hervorragend fossilisieren.
Nicht der einzige
Vika wurde nicht allein gefunden. Starker Regen an derselben Fundstelle spülte später weitere Überreste mehrerer Mammuts frei und legte sie offen – zusätzlich zu den Tieren, die bereits bei der ursprünglichen Ausgrabung geborgen worden waren. So viele, dass der Ort damals in manchen Berichten als kleiner Mammut-Friedhof beschrieben wurde, statt als einzelner isolierter Fund. Damit ist die Grube von Drmno eine der reichsten Mammut-Fundstätten, die in den letzten Jahrzehnten in Europa entdeckt wurden. Die meisten dieser zusätzlichen Funde sind weit weniger vollständig als Vikas fast vollständiges Skelett, doch Knochenfragmente und Teilskelette mehrerer Individuen sind konserviert und werden im selben Park neben ihr ausgestellt.
Warum ausgerechnet ein Kohlebergwerk?
Es ist kein Zufall. Die Kohleflöze des Drmno-Beckens liegen in denselben Sedimentschichten, die einst entlang der uralten Küstenlinie abgelagert wurden, wo Mammuts der Eiszeit lebten, grasten und schließlich starben. So haben jahrzehntelange Tagebauarbeiten immer wieder prähistorische Knochenlager freigelegt, während die Bagger immer tiefer nach Braunkohle gruben. Dieselbe Geologie, die diese Ecke Serbiens für Kohle so wertvoll macht – ein tief gelegenes Fluss- und Seebecken, das sich über Hunderttausende von Jahren langsam mit Sedimenten füllte – ist genau das, was die Mammuts für rund eine Million Jahre konservierte, versiegelt, bis moderne Maschinen sie schließlich erreichten.
Der Mammutpark
Vikas Skelett ist nun direkt am Fundort ausgestellt, geschützt von einem eigens errichteten Schutzdach, in einem Bereich der Anlage, der als Mammutpark bekannt ist – nur einen kurzen Spaziergang von den römischen Ruinen entfernt, nicht etwa eine separate Attraktion an anderer Stelle. Es ist eine wahrhaft ungewöhnliche Gegenüberstellung: Man läuft an einem Legionshauptquartier und einem römischen Bad vorbei, denkt noch in Jahrhunderten, und steht Minuten später über den Knochen eines Tieres, das Rom – und den gesamten Begriff Rom – um rund eine Million Jahre vorausgeht.
Behandeln Sie es nicht als bloßen Nebengedanken.
Da die römischen Ruinen den Namen und Ruf von Viminacium prägen, liegt die Annahme nahe, das Mammut sei nur ein kleiner Bonuspunkt am Ende der Tour. In Wirklichkeit ist Vickas Skelett eines von nur etwa zwanzig weitgehend vollständigen Mammutskeletten, die jemals weltweit ausgegraben wurden – ein für sich genommen wirklich bedeutender paläontologischer Fund, völlig unabhängig von allem Römischen. Es lohnt sich, dem Mammutpark in Ihrem Besuch echte, ungehetzte Zeit einzuräumen, statt ihn als etwas zu behandeln, das man auf dem Rückweg zum Parkplatz noch schnell mitnimmt.